Wasserstrahlschneiden – das innovative Verfahren im Check

Wasserstrahlschneiden
Wasserstrahlschneiden – Ist das möglich?

Mit Wasser schneiden, geht das überhaupt? Diese Frage stellen mir viele Heimwerker. In der Tat eignet sich das eher weiche Medium Wasser hervorragend für Präzisionsschnitte auf verschiedenen Materialien. Mit Hilfe neuer technischer Verfahren verwandelt sich der Wasserstrahl in ein scharfes Werkzeug, das zahlreiche Materialien trennt.

Diese Materialien kann Wasser schneiden:

  • Aluminium
  • Holz
  • Glas
  • Stahl
  • Edelstahl
  • Buntmetalle
  • Kunststoff

Aufgrund der Beschaffenheit des Wassers und der dauerhaften Optimierung der Technik hinter diesem innovativen Trennverfahren erzielst du beim Wasserstrahlschneiden einen präzisen Schnitt. Dabei bleibt die Form unter Anwendung der Kaltwassertechnik dauerhaft beständig.

Es kommt auf den richtigen Druck an

Das Wichtigste bei dieser besonderen Schneidtechnologie ist das Druckverhältnis. Innerhalb der Druckpumpe müssen hohe Werte entstehen. In Abhängigkeit vom Material ist Wasserstrahlschneiden bereits ab einen Druck von 3.000 bar umsetzbar und höchst genau. Dieser Nennwert liegt im oberen Bereich. Klassische Wasserschläuche für den Garten erreichen im Vergleich dazu einen Druck von etwa 20 bar.

Der entstandene Druck bildet die Grundlage für den Wasserstrahl. Er muss eine hohe Geschwindigkeit bringen, damit du mit Wasser schneiden kannst. Mit einfachen Heimwerker-Geräten kommst du daher nicht weit.

Beim Anblick des Wasserstrahls brauchst du eine gute Sehstärke. Der Wasserstrahl weist nämlich einen äußerst geringen Durchmesser auf. Rechne mit der Breite eines typischen Haares. Äußerst filigran und kaum sichtbar kann der Hochgeschwindigkeits-Wasserstrahl sämtliche Materialien bearbeiten.

Maximierung der Schneidfähigkeit

Der feine Wasserstrahl weiß allein schon zu überzeugen. Noch sauberer und schneller arbeitest du, wenn dem Wasser ein Festmaterial zugesetzt ist. Dafür bietet sich etwa Granat an. Mithilfe von Granatsand bekommt der Wasserstrahl eine beachtliche Härte. Durch die extreme Geschwindigkeit schneidest du auch dicken Stahl ohne Probleme und in kürzerer Zeit durch.

Welche Wasserstrahlarten brauchst du wofür?

Zwar arbeiten Wissenschaftler ständig an Erneuerungen, in den vergangenen Jahren haben sich jedoch zwei wesentliche Systeme durchgesetzt: Reinwasserstrahl und der sogenannte Abrasivwasserstrahl.

Beim Reinwasserstrahl kommt ausschließlich gefiltertes Wasser zum Einsatz. Sobald es Überschallgeschwindigkeit erreicht hat, bietet es sich zum Schneiden diverser Materialien an. Willst du eher weichere Materialien trennen, ist der Reinwasserstrahl eine gute Wahl. Neben Kunststoff und Gummi lassen sich auch Holz und Schaumstoff durch den Wasserstrahl zerteilen.

Beim Abrasivwasserstrahl wird dem Wasserstrahl ein Granulat hinzugefügt. Dabei handelt es sich in der Regel um Quarzsand. Das Abrasiv-Mittel trägt zur Qualität beim Schneiden bei. Durch die Härte des Strahls nutzt du das Abrasiv-Wasser-Gemisch für Materialien mit ausgedehnter Dicke.

Zudem schneidest du mit dieser Technologie Metall, Edelstahl und sogar Glas zu. Weiterhin kannst du das Abrasiv-Mittel für Stein und Verbundwerkstoffe verwenden. Somit sind die Einsatzmöglichkeiten weitaus größer als beim klassischen Verfahren. Und: Du kannst die Körnung des Abrasiv-Mittels an dein zu schneidendes Material anpassen.

Woraus besteht die Wasserstrahlschneidanlage?

Das Herzstück dieses Systems ist die Ultrahochdruckanlage. Sie setzt sich aus drei wesentlichen Komponenten zusammen: Pumpe, Schneidkopf und verschiedenen Rohren. Die Bauteile liegen innerhalb der Maschine, die einen massiven Korpus mitbringt. Im oberen Bereich siehst du eine dreidimensionale Achsenstruktur, verschiedene Gelenke für maximale Schnittgenauigkeit und den integrierten Behälter zum Sammeln des Wasserstrahls im Zuge der Schneidarbeit.

Eine High-End-Schneidanlage benötigt jedoch mehr als Elektronik und Mechanik. In ihr ist eine hochmoderne Software eingebaut. Bei Verwendung der Software stehen dir viele Optionen zur Anpassung des Wasserstrahls an deine Bedürfnisse bereit. Dadurch maximierst du neben deiner Material-Flexibilität auch das Schnittresultat. Verfügt das System über einen eingearbeiteten Monitor, siehst du alle Einstellungen und veränderst sie auf komfortable Weise.

Die weiteren Fähigkeiten der Software:

  • Individuelle Motor-Einstellung
  • Festlegung der Position des Werkstücks
  • Umfassende Feineinstellungen zur Geschwindigkeit
  • Rückmeldungen der Maschine bei Veränderungen

Was für das Wasserstrahlschneiden spricht

Der größte Unterschied zu anderen Schneidverfahren (beispielsweise mit der Tauchsäge oder dem Plasmaschneider) ist auch der bedeutendste Vorteil der Wasserstrahlschneidtechnik. Die Rede ist vom Wegfall der Hitze-Entstehung. Werkstücke verformen sich bei hohen Temperaturen. Durch Reibung erzeugst du bei anderen Techniken immer auch Wärme. Schneidest du leichte, weiche Materialien zurecht, musst du mit plötzlichen Materialveränderungen bis hin zu Defekten in Form und an Oberfläche rechnen. Beim Wasserstrahlschneiden passiert das nicht.

Darüber hinaus bleibst du beim Wasserstrahlschneiden in puncto Materialwahl und Stärke des Werkstücks relativ frei. Natürlich sind auch hier Grenzen gegeben. Allerdings sind Stahlbleche mit einer Dicke bis zu 30 cm kein Problem. Wichtig: Hierbei kommt es immer auf die Leistung deiner Pumpe an. Je geringer diese ist, desto weniger dick können deine Arbeitsmaterialien sein.

Was du außerdem vom Wasserstrahlschneiden erwarten kannst:

  • Temperaturempfindliche Stoffe sind genauestens zuschneidbar
  • Genaue Sägeresultate ohne ausgefranste Schnittkanten
  • Sogar mit mehreren Schneidköpfen ausstattbar
  • Für verschiedene Bereiche interessant, wie Architektur, Medizin, Kunsthandwerk, Bau
  • Große Bearbeitungsflächen sind die Regel

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