Unterschied SDS, SDS plus, SDS max & SDS-quick (Spannsystem Bosch)

SDS, SDS plus, SDS max, SDS-quick Unterschied

Immer wieder stolperst Du im Werkzeugbereich über Bezeichnungen wie SDS, SDS plus, SDS max und dergleichen und bist Dir womöglich unschlüssig, welche Abkürzung was im Detail bedeutet und worin genau diese sich überhaupt unterscheiden.

Damit zum Thema Unterschied zwischen SDS, SDS plus, SDS max, SDS-quick keine Fragen mehr offenbleiben, habe ich Dir alle notwendigen Informationen in diesem Artikel übersichtlich zusammengetragen.

SDS, SDS plus, SDS max und SDS-quick – das ist der Unterschied

Und hier kommen sie. Die Unterschieder der unterschiedlichen SDS Aufnahmen.

SDS

Grundsätzlich ist es erst einmal wichtig zu wissen, wofür das Kürzel eigentlich steht. Ausgeschrieben bedeutet “SDS” nämlich “special direct system” (ursprünglich “Steck-Dreh-Sitz”). Dabei handelt es sich um ein besonders praktisches und unkompliziertes Spannsystem für Elektrowerkzeuge, welches seine Geburtsstunde auf den Reißbrettern in der Entwicklungsabteilung des Branchenriesen Bosch fand. Ziel des Systems war bzw. ist die einfachere Handhabung, wenn es um den Wechsel verschiedener Bohrer oder Meißel in den entsprechenden Maschinen geht, welcher kein Werkzeug mehr erfordert.

SDS plus

Das SDS plus System unterscheidet sich vom ursprünglichen SDS System nur unwesentlich und dient dem gleichen Zweck, wurde lediglich an die leistungsstärkeren Geräte angepasst. Die Bezeichnung mit dem plus hinter der Abkürzung zielt vordergründig auf die leichtere Unterscheidung zu den Systemen SDS max und SDS quick ab. Daher werden SDS und SDS plus häufig synonym verwendet.

SDS max

Mit der Weiterentwicklung zum sogenannten SDS max trug man dem Umstand Rechnung, dass sich derartige Stecksysteme schnell als überaus praktisch und deshalb sehr beliebt erwiesen hatten, weshalb auch eine große Nachfrage für ein solches System bei großen und schweren Bohrhämmern entstand. Da nicht nur der Hobby-, sonder auch der Profimarkt entsprechend erschlossen werden sollte, wurde ein System entwickelt, was auch diesen anspruchsvolleren Bedürfnissen gerecht wird.

SDS quick

Das SDS quick System wurde von Bosch erst im Jahre 2011 eingeführt und zielt auf leichte und eher kleinere Bohrhämmer ab. So zum Beispiel das Modell Uneo 10,8 V/12V und der Uneo Maxx, welche klar dem Heimwerker-Segment zuzuordnen sind.

Wichtige Daten im Überblick

SDS, SDS plus, SDS max, SDS-quick Unterschied

Nachdem ich Dir nun die grundsätzlichen Charakteristika dieser Systeme nähergebracht habe, möcht ich Dir im folgenden Abschnitt noch einmal die wesentlichen Werte zusammenfassen, was die Schaftdurchmesser anbetrifft.

  • SDS/SDS plus – Schaftdurchmesser: 10 mm
  • SDS max – Schaftdurchmesser: 18 mm
  • SDS quick – Schaftdurchmesser: 6,8 mm
  • SDS top: 14 mm

Und was ist SDS top?

Dieses System war ebenfalls ein Mitglied der SDS-Familie und zielte auf Schaftdurchmesser von 14 mm ab. Allerdings konnte sich diese Version am Markt nie wirklich durchsetzen und wurde dann auch relativ schnell wieder aus dem Programm genommen.

Was hatte Hilti TE damit zu tun?

Auch bei Hilti, einem anderen Big Player der Branche, machte man sich Gedanken darüber, wie die Bohreraufnahme zu erleichtern wäre. Das Resultat dieser Überlegungen war die sogenannte Hilti TE-Aufnahme. Hierbei haben mit Walzen die Übertragungen des Drehmoments durch flache Nuten stattgefunden. Was auf den ersten Blick vielversprechend aussah, erwies sich jedoch leider sehr schnell als überaus materialverschleißend.

Hilti TE AufnahmeDie Walzen und auch die Nuten nutzten sich sehr schnell ab, womit der ursprünglich positive Effekt nicht nur verpuffte, sondern sich dadurch sogar noch weitere Probleme ergaben. Nicht selten nämlich steckten Teile, die sich durch den hohen Verschleiß lösten, in der Maschine fest, was zu weiteren Defekten führte. Im Unterschied dazu erfolgt beispielsweise bei der SDS plus-Methode die Kraftübertragung über zwei voneinander unabhängige Nutensysteme, die mit darin einrastenden Kugeln aus dem Futter für die entsprechende Arretierung sorgen.

Die Hilti TE-Aufnahme griff zwar einen guten Gedanken auf und war Grundlage für viele weiterführende Überlegungen, erwies sich in der Praxis selbst jedoch schnell als mangelhaft und überaus verschleißanfällig. Bei Bosch sah man zwar die Fehler des Hilti-Systems, erkannte allerdings auch das Potential und führte den Gedanken fort, was schließlich zum bekannten SDS-System führte.

Was wird also wann benötigt?

Die Antwort liegt in den unterschiedlichen Schaftdurchmessern. Diese lassen schon darauf schließen, welches dieser Systeme Du zu welchem Zweck benötigst. So sind beispielsweise kleinere, leichtere und nicht ganz so leistungsstarke Maschinen in aller Regel mit dem SDS quick System ausgestattet.

Für den etwas anspruchsvolleren Gebrauch kommen zumeist Werkzeuge mit einem SDS/SDS plus System zum Einsatz und wenn schweres Gerät wie zum Beispiel schwere Bohrhämmer und Abbruchhämmer zum Einsatz kommen, die allerdings in den meisten Fällen eher im professionellen Bereich zu finden sind, als in der heimischen Hobby-Werkstatt, ist durch die großen Schaftdurchmesser meist ein SDS max System vonnöten.

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SDS und SDS plus kompatibel?

Oftmals ergibt sich auch die Frage, ob SDS und SDS plus miteinander kompatibel sind, da beide Systeme häufig synonym verwendet werden. Tatsächlich war SDS plus die erste relevante Weiterentwicklung des ursprünglichen SDS-Systems. Zwar wurde dieses mit dem SDS plus verbessert; das wesentliche Funktionsprinzip blieb jedoch erhalten, was sich auch im identischen Schaftdurchmesser widerspiegelt.

Üblicherweise sind also ältere SDS Systeme mit den neueren SDS plus-Varianten durchaus kompatibel. Bei neuartigen Maschinen spielt eine Unterscheidung beider Systeme indes gar keine Rolle mehr. Wenn Du also ein Gerät mit SDS-System hast, kannst Du im Normalfall Bohrer mit der SDS plus Bezeichnung bedenkenlos kaufen und uneingeschränkt nutzen.

Fazit – SDS, SDS plus, SDS max und SDS-quick

Die Einführung des SDS-Systems war eine regelrechte Revolution im Bohrmaschinenmarkt, weil es die Bohrer- bzw. Meißelaufnahme erheblich vereinfachte. Musstest Du in früheren Zeiten häufig extra Werkzeug mitführen, um einen Bohrer aus dem Futter zu lösen, so war ein entsprechender Wechsel nunmehr mit wenigen Handgriffen in Windeseile erledigt.

Bosch hatte somit den Gedanken des Mitbewerbers Hilti aufgegriffen und aus dessen Fehlern gelernt. Der große Erfolg des SDS-Systems zog dann auch weitere Ableger wie eben SDS plus, SDS quick, SDS max und auch SDS top nach sich, mit denen man alle Bedürfnisse noch spezifischer abdecken wollte. Nachdem das Patent von Bosch auf dieses System abgelaufen war, haben sich auch immer mehr andere Hersteller dieser praktischen Methode bedient und diese in ihre Maschinen integriert.

In der heutigen Zeit hat sich das SDS-System sogar derart bewährt, dass es sich kaum noch ein Anbieter erlauben kann, darauf zu verzichten. Zwar arbeiten entsprechende Geräte hier und da noch mit Keilwellen oder Sechskantbohrfutter; an die Praktikabilität und damit einhergehend auch mit der Popularität der SDS-Systeme kommen derartige Modelle jedoch bei weitem nicht heran. Das liegt nicht allein an der einfachen und schnellen Handhabung, sondern ist auch mit dem sehr geringen Verschleiß zu erklären.

Kennst Du den Unterschied?

Letzte Aktualisierung am 26.10.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API