Funk-, 2-Draht- oder 4-Draht-Türsprechanlage – Welche Option ist die beste Variante?

Funk-, 2-Draht- oder 4-Draht-Türsprechanlage

Türsprechanlagen, fachlich auch Haussprechanlagen oder etwas sperrig Tür-Freisprecheinrichtungen genannt, dienen in der Regel der Zutrittskontrolle und der Kommunikation zwischen Besuchern und Personen innerhalb eines Gebäudes. Sie werden entweder mit Hilfe von Drahtleitungen installiert oder über Funk gesteuert. Da die kabelgebundene Installation zuverlässiger und meistens kostengünstiger ist als die Funkübertragung, entscheiden sich die meisten Immobilienbesitzer für diese. In diesem Artikel gehe ich genauer auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten ein und erläutere den Unterschied zwischen 2-Draht- oder 4-Draht-Türsprechanlage.

Die Vor- und Nachteile der Drahtleitungsinstallation gegenüber der Funkübertragung

Die Drähte für eine Türsprechanlage werden entweder unter oder über Putz gelegt. Von der Entfernung zwischen den Sprechstellen hängt es ab, wie viel Material und Arbeitszeit vonnöten ist. Müssen die Drähte über ein Grundstück gelegt werden, sind zudem weitere Arbeiten zum Verlegen nötig. Schließlich müssen elektrische Leitungen vor der Witterung und vor Tieren geschützt werden. Sind die Drähte erst einmal verlegt, werden sie in der Regel über einen Trafo mit Strom versorgt. Der Stromverbrauch ist normalerweise gering.

Türsprechanlagen mit Funksteuerung sind weit einfacher zu installieren als die kabelgebundenen. Sie sind jedoch in der Anschaffung meistens teurer, müssen über Akkus mit Energie versorgt werden und funktionieren nur zuverlässig, wenn die Funkverbindung nicht gestört wird.

Die zuverlässigere Lösung ist daher eine Türsprechanlage mit Drahtleitung. Werden sie beim Neubau fest mit eingeplant, ist die Installation unkompliziert. In Altbauten sind die Leitungen meistens schon vorhanden, sodass auch in diesem Fall keine besonderen Schwierigkeiten bei der Montage zu erwarten sind. Kabelgebundene Haussprechanlagen kannst du bei Bedarf durch Funklösungen ergänzen, beispielsweise durch eine Funkklingel am Gartentor. Dadurch entfällt das Verlegen von Drähten durch den Garten.

Die Auswahl der richtigen Türsprechanlage hinsichtlich der Verkabelung

Wenn du dich für eine kabelgebundene Türsprechanlage entscheidest, musst du auf die Anzahl der Drähte achten, die du für die Installation benötigst. Es gibt 2-Draht-, 3-Draht- und 4-Drahtlösungen, wobei die 3-Draht-Technik eher selten scheint. Ist die Anlage aufgrund älterer Geräte in einem Altbau bereits vorinstallierst, ist es einfach, denn dann wählst du die Türsprechanlage entsprechend der Verkabelung.

Hinweis: Bist du Mieterin oder Mieter? Dann ist die Installation üblicherweise nur mit Genehmigung des Vermieters möglich. Auch das Anbringen einer Funktürklingel oder Funksprecheinrichtung außen kann genehmigungspflichtig sein.

Die 4-Draht-Technik

Für ältere Tür-Freisprecheinrichtungen wurde normalerweise die 4-Draht-Technik verwendet, die daher in Altbauten oft schon vorinstalliert ist. Wie aus dem Namen ersichtlich, werden hier vier Leitungen zum Übertragen des Stroms sowie von Audio- und gegebenenfalls Videosignalen verwendet. Alle Komponenten laufen in diesem Fall über eine eigene Leitung, sodass die Störanfälligkeit in der Regel gering ist.

Mit der 4-Draht-Technik arbeiten zum Beispiel die ELRO DV477W Video Türsprechanlage mit Farbdisplay, die MATHFEL 4 Draht Video Türsprechanlage und die Virone MALO Sprechanlage.

Mehr Drähte bedeuten nicht zwangsläufig eine bessere Übertragungsqualität. Moderner ist die 2-Draht-Technologie, die daher immer mehr verwendet wird. Ein Aufrüsten der 4-Draht-Technik ist möglich.

Die 2-Draht-Technik

Bei einer 2-Draht-Türsprechanlage werden die Stromversorgung sowie alle Audio- und Videosignale nur noch über zwei Drähte übertragen, wobei zwischen zwei Systemen unterschieden wird:

  • 1+n-System: Bei dieser Technik führen jeweils zwei Drähte von der Außenstation zu jedem Empfängergerät.
  • 2-Draht-BUS: In diesem Fall sind alle Geräte in Reihe miteinander verbunden. Das bedeutet konkret, dass von der Außenstation zwei Drähte zur ersten Gegensprechanlage führen, von da aus zur zweiten und so weiter. Die BUS-Technik ist teurer als das 1+n-System. Außerdem ist eine Programmierung notwendig.

Die Verkabelung mit zwei Drähten ist in der Regel einfacher als mit vier und auch durch Laien ohne umfassende Elektronikkenntnisse realisierbar. 2-Draht-Türsprechanlagen werden gern auch in Mehrfamilienhäusern eingesetzt, denn sie sind einfach erweiterbar.

2-Draht-Türsprecheinrichtungen sind zum Beispiel die PHILIPS WelcomeEye Connect 2, die BALTER EVO Video Türsprechanlage und die Bticino Türsprechanlage für 2-Familienhaus.

Fazit: Ein Besser gibt es eigentlich nicht

Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass die 2-Draht-Technik der 4-Draht-Technik überlegen ist oder umgekehrt. Dennoch wird sich aufgrund der einfacheren Installation und Erweiterbarkeit auf Dauer sicher die 2-Draht-Technik durchsetzen.

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